Genscher
Genscher im Doppelkopf: Mit dem Karo König den Partner wechseln. Regeln, Ablauf und Varianten der Genscher-Sonderregel.
Was ist Genscher?
Genscher ist eine Sonderregel im Doppelkopf, die es einem Spieler ermöglicht, seinen Partner während des Spiels zu wechseln. Die Regel ist nach dem deutschen Politiker Hans-Dietrich Genscher benannt, der für seine politischen Seitenwechsel bekannt war. Wer beide Karo Könige auf der Hand hat, darf beim Ausspielen des ersten Karo Königs einen beliebigen Mitspieler als neuen Partner bestimmen. Diese Regel wird nicht im Turnierspiel verwendet, ist aber in manchen Freizeitgruppen beliebt.
So funktioniert Genscher
- Die Genscher-Regel wird vor Spielbeginn vereinbart.
- Ein Spieler hält beide Karo Könige auf der Hand.
- Beim Ausspielen oder Dazulegen des ersten Karo Königs sagt der Spieler "Genscher" an.
- Er bestimmt einen der drei Mitspieler als seinen neuen Partner.
- Ab diesem Moment bilden der Genscher-Spieler und der gewählte Mitspieler eine Partei — unabhängig davon, wer die Kreuz Damen hält.
- Die bisherigen Parteien werden aufgelöst und neu gebildet.
- Das Spiel wird mit den neuen Parteien fortgesetzt.
Wann kommt Genscher zum Einsatz?
Genscher kann nur eingesetzt werden, wenn ein Spieler beide Karo Könige auf der Hand hat. Die Regel gilt in der Regel nur im Normalspiel, nicht im Solo. Außerdem kann Genscher nicht zusammen mit einer Hochzeit oder Armut verwendet werden — diese Sonderregeln haben Vorrang.
Der taktische Moment für Genscher ist entscheidend: Wer den Partnerwechsel im richtigen Stich ansagt, kann die Machtverhältnisse am Tisch komplett umdrehen.
Beispiel
Spieler B hat beide Karo Könige. Im normalen Spielverlauf merkt er, dass Spieler D stark spielt und viele Stiche macht. Im fünften Stich legt Spieler B seinen Karo König und sagt "Genscher — mein Partner ist Spieler D". Ab sofort spielen B und D zusammen, selbst wenn D vorher zur Kontra-Partei gehörte. Die alten Re/Kontra-Zuordnungen werden aufgehoben.
Häufige Varianten
- Genscher nur im ersten Stich: Der Partnerwechsel muss sofort beim ersten Stich angesagt werden.
- Genscher jederzeit: Der Spieler darf frei wählen, in welchem Stich er den Genscher ausspielt.
- Genscher mit Ansage zu Beginn: Der Partnerwechsel wird vor dem ersten Stich angesagt, nicht erst beim Ausspielen.
- Kein Genscher bei Hochzeit: Wenn eine Hochzeit vorliegt, ist Genscher nicht erlaubt.
- Genscher als Re-Ansage: Das Ansagen von Genscher gilt gleichzeitig als Re-Ansage.
- Kein Genscher: Viele Gruppen spielen ohne diese Regel, da sie als zu chaotisch empfunden wird.
Auswirkung auf die Punktwertung
Genscher selbst bringt keine Sonderpunkte. Die Auswirkung ist rein taktischer Natur: Durch den Partnerwechsel können Parteien neu zusammengestellt werden, was den Spielverlauf komplett verändern kann. Das Spielergebnis (Augen, Ansagen, Sonderpunkte) wird ganz normal gewertet, nur mit den neuen Parteien. Dies kann besonders überraschend sein, wenn ein Spieler mitten im Spiel die Seiten wechselt und plötzlich Stiche, die vorher für die eigene Partei waren, nun dem Gegner gehören.
Der Doppelkopf Schreibblock macht es einfach, auch bei Partnerwechseln durch Genscher die richtigen Parteien einzutragen und die Punkte korrekt zu verrechnen.
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